Religiösität und Einstellungen zu Homosexualität

Autor: Maximilian Haßler // Informationen zu den Analysen: http://osf.io/9mxwu/

Am 30.06.2017 wurde im Bundestag beschlossen, dass gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland heiraten dürfen. Das Gesetz trat am 01.10.2017 in Kraft und erlaubt es schwulen und lesbischen Paaren standesamtlich zu heiraten. Ist diese Entscheidung Ausdruck einer zunehmenden Toleranz gegenüber Homosexualität in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten? In der vorliegenden Grafik wird die Einstellung zu Homosexualität in der deutschen Bevölkerung seit 1990 im Verlauf graphisch dargestellt. Außerdem wird dabei die Religionszugehörigkeit als Gruppierungsvariable berücksichtigt, da religiöse Überzeugungen häufig als mögliche Begründung für Intoleranz gegenüber Homosexualität angesehen. Bei den genutzten Daten handelt es sich um Umfragedaten der allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS), da diese über einen großen Zeitraum (1990 bis 2012) die Einstellung gegenüber Homosexualität erfasst haben sowie Daten über Religionszugehörigkeit mit vorhanden waren.


Ergebnis: Drei zentrale Ergebnisse werden durch die Darstellung sichtbar. Erstens, die Toleranz gegenüber Homosexualität ist beim jüngsten Messzeitpunkt 2102 in allen Gruppen sehr hoch ausgeprägt (über 80%). Zweitens zeigen sich über die Zeit hinweg konsistente Unterschiede in der Toleranz gegenüber Homosexualität zwischen Menschen die einer Religionsgemeinschaft angehören und Menschen die keiner Religionszugehörigkeit angehören. Menschen die keiner Religionsgemeinschaft angehören sind im Mittel toleranter gegenüber Homosexualität als Mitglieder der evangelischen oder römisch-katholischen Kirche. Drittens zeigt sich zwischen im dargestellten Zeitraum in allen drei Gruppen eine zunehmende Toleranz gegenüber Homosexualität (5-15% mehr tolerante Personen in 2012 verglichen mit 1990).

Autor: Maximilian Haßler, Grafik erstellt mit ggplot2Syntax: osf.io/9mxwu/

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